Brand Lift misst, wie stark eine Kampagne eine Markenwahrnehmung oder Markenreaktion verändert hat, typischerweise im Vergleich zwischen exponierter Gruppe und Kontrollgruppe.
Brand Lift misst, wie stark eine Kampagne eine Markenwahrnehmung oder Markenreaktion verändert hat, typischerweise im Vergleich zwischen exponierter Gruppe und Kontrollgruppe.
Markenkennzahlen reagieren langsamer als Performance-Metriken und sind stärker von Messdesign, Stichprobe und Wettbewerbsumfeld abhängig. Das macht sie nicht weniger wertvoll, verlangt aber eine konsistente Methodik und genügend Beobachtungszeit.
Je nach Studie wird der Unterschied zwischen Treatment und Control in Awareness, Ad Recall, Consideration, Purchase Intent oder einem anderen Brand-Outcome berechnet. Der Lift kann in Prozentpunkten oder relativ dargestellt werden. Studiendesign und statistische Signifikanz gehören immer zur Kennzahl.
Bei Befragungs- und Share-Metriken sollte das Universum vor der Berechnung feststehen: Zielgruppe, Region, Wettbewerbsset, Fragestellung und Erhebungszeitraum. Ohne diese Definitionen ist eine scheinbar präzise Prozentzahl nur schwer vergleichbar.
In der Kontrollgruppe nennen 30 Prozent der Befragten die Marke als bekannt, in der exponierten Gruppe 36 Prozent. Der absolute Lift beträgt 6 Prozentpunkte. Relativ entspricht das einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe.
Brand Lift versucht, näher an Kausalität zu kommen als reine Reichweiten- oder Awareness-Trends. Die Qualität hängt jedoch an Randomisierung, Sample Size, Expositionsdefinition und Fragestellung. Ein positiver Lift in Awareness ist außerdem nicht automatisch ein Lift in Kaufabsicht oder Umsatz.
Brand-Metriken entfalten ihren Wert eher im Verlauf mehrerer Messwellen als in einzelnen Momentaufnahmen. Wenn Awareness, Search Demand und Marktanteil gemeinsam beobachtet werden, lassen sich Veränderungen robuster einordnen als mit einer einzelnen Survey-Zahl.
Ein guter Lift hängt vom Ausgangsniveau, Kampagnenziel und Messfehler ab. Kleine Prozentpunktveränderungen können bei großen Marken relevant sein. Wichtiger als pauschale Benchmarks sind statistische Belastbarkeit, Kosten pro Lift und die Frage, ob die gemessene Dimension zum Kampagnenziel passt.
Lift-Studien benötigen ausreichende Reichweite und Stichprobe. Kleine Zielgruppen sind schwieriger zu messen. Zudem erfassen sie meist einen bestimmten Zeitraum und eine bestimmte Kampagne, während Markenwirkung auch längerfristig entstehen kann.
Brand-Metriken sind häufig Indikatoren für Wahrnehmung oder Nachfrage, nicht für direkten Umsatz. Ihre Stärke liegt in der langfristigen Entwicklung und im Vergleich konsistenter Messwellen. Kurzfristige Ausschläge sollten entsprechend vorsichtig interpretiert werden.
Geeignet zur Wirkungsbewertung größerer Brand-Kampagnen, Creative-Vergleichen und der Validierung von Markeninvestitionen. Vorab sollte klar sein, welches Brand-Outcome die Entscheidung beeinflusst.
Brand Lift ist meines Erachtens dann besonders wertvoll, wenn Markeninvestment nicht auf Klicks reduziert werden soll. Die Studie muss jedoch eine echte Entscheidungsfrage beantworten. Ein sauber gemessener Awareness Lift ist wenig hilfreich, wenn unklar bleibt, ob Awareness überhaupt der Engpass ist.